Es fielen deutliche Worte, und das ist wohl mehr als verständlich angesichts jüngster Äußerungen aus der Bundespolitik. Besonders Markus Sommer von der EVG vermittelte anschaulich, was es beispielsweise für Fahrerinnen und Fahrer des Öffentlichen Nahverkehrs bedeuten würde, „nur“ eine Stunde länger zu arbeiten pro Woche. Ohnehin lange Schichten, die auch durch gesetzliche Pausenzeiten geregelt sind, seien genug Belastung für Familie, Ehrenamt und Freizeit.
Zu Beginn hatte der DGB Kreisvorsitzende Jörg Becker (Foto) die Besucher:innen am Korbacher Obermarkt willkommen geheißen und die Dringlichkeit der Verteidigung von Arbeitnehmerrechten betont. Auch der Korbacher Bürgermeister Stefan Kieweg grüßte im Namen der Stadt und betonte, dass er die wirtschaftliche Krise und den industriellen Umbruch im Landkreis Waldeck-Frankenberg ernst nehme.
Weitere Redner und Rednerinnen gingen auf das diesjährige Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ ein. Die Bedeutung der Gewerkschaften sei größer denn je in Zeiten, in denen u.a. über Bereiche wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder auch mal die Abschaffung des 1. Mai als Feiertag debattiert werde.
Die AGA war mit einem Infotisch dabei. Es gab gute Gespräche mit Interessierten und den einen oder anderen neuen Kontakt. Eine junge Gewerkschafterin sprach ein typisches Dilemma an. Sie versuche eigentlich immer, gute Bio-Lebensmittel zu kaufen. Würde diese aber aus Kostengründen meist beim Discounter holen. Gedanklich lässt sich da schnell eine Brücke schlagen zu Lohngerechtigkeit und Gemeinwohl. Warum zwingen Durchschnittslöhne viele Menschen dazu, statt bäuerlich ökologischer Landwirtschaft große Lebensmittelketten mitzufinanzieren?
Es braucht Vernetzung auf allen Ebenen. Denn klar ist: Wenn wir über Profite der Lebensmittelindustrie oder Agrochemie reden, geht es um das Gleiche. Auch wir sind dagegen, dass Dividenden über Allgemeinwohl für Mensch, Tier und Natur gestellt werden.

