Wir wissen es längst besser

Obwohl wir wissen, dass ein Weiter-So unsere Lebensgrundlagen massiv gefährdet, handeln wir, als hätten wir es immer noch nicht verstanden. Wir haben ein Ernährungssystem, das rund ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen verursacht und die Hälfte der bewohnbaren Erdoberfläche – überwiegend für Tierhaltung und Futtermittel belegt.

Schlechte Bilanz für die Umwelt

Ob Tierwohl, Gewässerschutz oder Ökolandbau: Landwirtschafts-minister Rainer betreibt nicht immer aktiven „Rückbau“, aber Vorhaben der Vorgängerregierung werden oft nicht weiterverfolgt. Bürokratieabbau und Marktorientierung oder Ernährungssicherheit dienen als Deckmäntelchen, wenn er beispielsweise strengere Regeln bei Pestizidrückständen in der EU ablehnt.

End the Cage Age

Die Europäische Bürgerinitiative wurde von 1,4 Millionen Menschen unterstützt! Die EU Kommission sagte zu, eine Grundlage zu schaffen, um die Käfighaltung von etwa 300 Millionen Tieren in der EU zu beenden. Es passierte: Nichts. Daran wurde jetzt in Berlin erinnert.

Leichtfertig und kurzsichtig

Die sogenannte neue Gentechnik (NGT) hat es in der EU geschafft. NGT ist bedeutend, hat allerdings nur wenig Beachtung gefunden in der Öffentlichkeit. Sie wird u.a. bestimmen, was auf unseren Tellern landet. Das Wichtigste fasst unser Beitrag zusammen.

Bei uns in Hessen

Auch wenn Agrarpolitik meist in Brüssel gemacht wird, wollen wir in dieser Rubrik speziell kurze Nachrichten aus der Landwirtschaft inkl. Klima, Umwelt, Natur und Tierschutz sowie Aktivitäten der AGA in Nordhessen bringen.

Newsletter August 2026

Themen u.a.

  • Neue Gentechnik schleicht sich ein
  • Wilke Prozess und Fleischproduktion
  • Biodiversität interessiert auch Kinder
  • Linktipps

Biodiversität in der Schule

Ein tolles Ambiente für unsere Wanderausstellung bot das Bürgerhaus in Bad Arolsen. Auch viele Schülerinnen und Schüler am Ausstellungstag zeigten großes Interesse am Thema.

Alles Zucker

Freiwillige Selbstverpflichtungen statt verbindlicher Regeln: So lautete lange die Devise. Nun plant die Bundesregierung eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke. Ob mal wirklich was passiert?

Hauptsache, der Rubel rollt

Der Fall Wilke Wurst kommt jetzt vor das Landgericht Kassel. Fahrlässige Tötung lautet die Anklage u.a. Ein Schlaglicht auf Profitstreben im „System Fleisch“ für Tier, Mensch, Umwelt.

Häufige Fragen

Die Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen e.V., kurz AGA-Nordhessen, ist eine Dachorganisation, die sich für eine nachhaltige, bäuerliche, ökologische Landwirtschaft und gegen Massentierhaltung einsetzt.

Gibt es dafür nicht schon genug Umweltschutzverbände?

Eigentlich ja. Wir teilen die Forderungen vieler großer Organisationen. Allerdings wollen wir agrarpolitische Veränderungen auch regional von der Basis her anstoßen– und umsetzen. Deshalb sind bei uns Bürgerinitiativen genauso dabei wie regionale Sektionen bundesweiter Organisationen. Außerdem sind auch engagierte Menschen als aktive oder passive Fördermitglieder  willkommen.

Bringt das was?

Ja. Politik wird nicht nur in Berlin und Brüssel gemacht. Die auf den (Welt-)Markt fixierte Landwirtschaft steckt in der Sackgasse. Das spüren wir zunehmend auch in Nordhessen. Damit wir als betroffene Menschen in den Städten und Dörfern nicht übergangen werden, bündelt die AGA-Nordhessen Kräfte, formiert Widerstand und formuliert Forderungen „nach oben“.
Unsere Arbeit hat bereits Erfolg gezeigt: Neben umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit und medienwirksamen Aktionen konnten inzwischen zwei Großstallprojekte verhindert werden. Näheres zu den Erfolgen in Waldeck und Twiste lesen Sie hier.

Und wie soll das konkret gehen?

Wir informieren – denn vielen Verbrauchern ist nicht klar, wie weit sie durch ihr Verhalten die „große Linie“ mitbestimmen. Wir motivieren, im Kleinen anzufangen und nicht alles hinzunehmen. Damit das gelingt, sammeln wir Expertenwissen aus allen relevanten Bereichen, das in unseren verschiedenen Projektgruppen zur Anwendung kommt. Und wir erheben unsere Stimme durch intensive Öffentlichkeitsarbeit.

Was sagen die Landwirte dazu?

Die AGA-Nordhessen kennt die wirtschaftlichen Zwänge der konventionellen Landwirtschaft. Trotzdem kann es ein „Weiter so“ und „Wachsen statt weichen“ nicht geben. Dies ist leider noch immer die Leitlinie des Deutschen Bauernverbands. Doch immer mehr Landwirte wollen aus dieser Wachstumsspirale ausbrechen. Wir unterstützen jeden bäuerlichen Betrieb, der nachhaltig im Sinne der Umwelt wirtschaftet und sich bei der Nutztierhaltung an den Bedürfnissen der Tiere orientiert. Erzeuger und Verbraucher müssen gemeinsam Druck auf Politik sowie Lebensmittelindustrie und -handel ausüben, denn es kann sich etwas zum Guten ändern. Die Aktionsgemeinschaft Agrarwende will dies in Nordhessen leisten. Dabei wissen wir, dass nicht jeder Betrieb sofort auf Bio umstellen kann. Doch eine schrittweise Veränderung ist möglich.

Nach oben scrollen