Schule

Kinder und Jugendliche sind für Themen wie Umwelt und Tierschutz meist empfänglicher als ihre Eltern. Deshalb wollen wir altersgerecht über Hintergründe unserer Ernährung, Landwirtschaft und Tierhaltung informieren. Das soll nicht über Schockbilder aus der Qualzucht passieren. Aber es schadet nicht, mal zu überlegen, wie Chicken Nuggets entstehen und was da noch so drin ist.

Die BI Chattengau, Gründungsmitglied der AGA-Nordhessen, hat seit vielen Jahren im Rahmen einer Projektwoche an einem Fritzlarer Gymnasium Aufklärungsarbeit geleistet. Die positiven Erfahrungen zeigen, dass sich der Einsatz absolut lohnt.

In dieser Arbeitsgruppe können sich Menschen zusammentun, die Wissen über Landwirtschaft und Tierhaltung sachlich und gleichzeitig altersgemäß vermitteln können. Dies können, müssen aber nicht zwingend, LehrerInnen sein. Material ist weitgehend vorhanden, kann aber auch ergänzt oder neu erstellt werden.

Unsere neue 16-seitige Broschüre ist für die Jahrgangsstufe 6 – 9 konzipiert (zum Mitnehmen nach dem Projekt). Inhalte des Vortrags und des Gesprächs sind jeweils altersgerecht. Download Broschüre PDF

 

Bei Interesse bitte E-Mail an kontakt@aga-nordhessen.de mit dem Betreff Projektgruppe „Schule“.


AGA-Nordhessen lud Schülerzeitungsredakteure ins Naturkundemuseum Kassel ein

„Ausgesummt“ und die Folgen

Das Thema „Insektensterben“ ist seit der sogenannten Krefelder Studie in das öffentliche Interesse gerückt. Die Zahlen sind dramatisch, die Folgen für die Natur und den Menschen auch. Dies zeigt die laufende Sonderausstellung im Naturkundemuseum Kassel (bis 14. Oktober).

Auf Einladung der Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen besuchten jetzt junge Redakteure von Schülerzeitungen die Ausstellung, durch die Museumsleiter und Kurator Dr. Kai Füldner persönlich führte. Anschaulich erläuterte Dr. Füldner die Folgen der regelrechten Aussterbewelle von Insekten und fand dabei auch deutliche Worte für die Ursachen. Bodenversiegelung, Lichtverschmutzung sowie zu viel Gift und zu wenig naturbelassene Flecken in Privatgärten zählen dazu. Hauptverursacher aber bleibt laut Füldner die Agrarindustrie, die Monokulturen fördert.
Denn durch Großflächen verschwinden nicht nur artenreiche Wiesen, die in zu stark gedüngten Produktionsflächen (Äckern) umgewandelt werden, oft für den Maisanbau und Biogasanlagen. Der Einsatz von Neonicotinoiden (kurz Neonics) sorgt für eine Vernichtung der Insekten: das Nervengift stört u.a. den Orientierungssinn und sorgt für Verhaltensänderungen, die zum Aussterben führen.
Auch den populären Begriff „Bienensterben“ relativierte Dr. Füldner. Glücklicherweise ist die Honigbiene dank vieler Imker nicht vom Aussterben bedroht. Allerdings ist deren Bestäubungs-leistung vergleichsweise niedrig. Wildbienen und Falter leisten wesentlich mehr, werden aber durch die Neonics mehr und mehr verdrängt. In China müssen Obstplantagen schon von Menschenhand bestäubt werden.
Die Schülerinnen und Schüler machten sich umfangreiche Notizen und wollen das Gehörte und Gesehene in ihren Redaktionen einbringen. Dr. Füldner sprach auch von seiner persönlichen Motivation und erklärte, wie so eine Ausstellung überhaupt entsteht. Im abschließenden Gespräch gaben die Teilnehmer ein positives Feedback. „Ich hatte echt Sorge, dass die Ausstellung langweilig ist bei dem Thema. Aber die ist richtig interessant gemacht“, sagte ein Schüler.
Mit dabei war Andreas Grede, Sprecher und Vorstand der AGA-Nordhessen e.V.. Er betonte die Bedeutung von Informationen und Aufklärung über diese wichtigen Themen. Deshalb seien Schülerinnen und Schüler, die sich bei einer Schülerzeitung engagieren, genau die richtigen Adressaten für die Ausstellung. Die AGA-Nordhessen bietet seit kurzem auch ganze Unterrichtseinheiten für die verschiedenen Jahrgangsstufen an, um junge Menschen für die Themen Natur- und Umweltschutz sowie Tierschutz zu sensibilisieren. Zudem wurde eine 16-seitige Broschüre für SchülerInnen erstellt. Interessierte Schulen können sich per Mail an die AGA-Nordhessen wenden.