Europawahl 2024: Schülerinnen und Schüler informieren sich über Ökonomie und Ökologie im Naturkundemuseum Kassel

Prof. Dr. Kai Füldner führte persönlich durch die sehenswerte Sonderausstellung.

Wenige Tage vor der Europawahl lud die AGA-Nordhessen mehrere Oberstufenkurse der Ursulinenschule Fritzlar ins Naturkundemuseum Kassel ein. In einem spannenden Vortrag erläuterte Prof. Dr. Kai Füldner, Hochschuldozent und zugleich Leiter der Städtischen Museen Kassel, Hintergründe zur der aktuellen und sehenswerten Sonderausstellung „Wald“.

Der Wald im Spannungsfeld zwischen Forstwirtschaft, Naturschutz und Klimakrise war angesichts jüngster Ereignisse ein topaktuelles Thema. Wie kommen eigentlich Hitzerekorde zustande? Oder wer hätte schon gedacht, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ bereits Anfang des 18. Jahrhunderts formuliert wurde und seither Bestandteil der Forstwissenschaft ist?

In der Ausstellung selbst wird der Wald als Ökosystem in vielen detailreichen Lebensraumdarstellungen spannend präsentiert. Bei der Führung durch Dr. Füldner wurde eindringlich die Waldsituation in unserer Region erklärt, u.a. wie durch Extremwetter ein Borkenkäferbefall ausgelöst wurde, der bis heute Schäden verursacht hat. Auch hier waren wir beim Thema Klima. Konkret konnte an dieser Stelle gezeigt werden, dass Klimawandelleugner in der Politik (auch in der EU) unmittelbaren Schaden anrichten, indem sie notwendige Maßnahmen und Konzepte sabotieren.

Zu Beginn des Nachmittags hatte AGA-Vorstand Andreas Grede bereits in einem Vortrag vom quasi gescheiterten Green Deal in Brüssel berichtet und Hintergründe erläutert. Dabei ging es auch um das Verhalten konservativer und wirtschaftsliberaler Politiker in Brüssel, die vor lautstarken Bauernprotesten eingeknickt sind und gemeinsam mit rechtsradikalen Parteien wichtige Umweltauflagen gestrichen haben. Dieses „Weiter-so“ befriedigt kurzfristig wirtschaftliche Interessen einzelner landwirtschaftlicher Betriebe, dient letztlich aber nur den Profiten der Agrarindustrie, die billige Rohmasse verlangt, auch wenn das auf Kosten der Umwelt geht. Konkret also weltweit tätigen Konzernen, Pestizidherstellern und Massentierhaltern, die ohne Rücksicht auf die Zukunft oder gesellschaftliche Interessen Gewinne generieren.

Dennoch wurde auf der Veranstaltung ohne parteipolitische Aussagen sehr klar auf die Bedeutung der Europawahl hingewiesen, bei der die anwesenden Schülerinnen und Schüler (alle waren älter als 16) erstmals ihre Stimme abgeben dürfen.

Ein großer Dank gilt Dr. Füldner als Hausherrn, der die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte und natürlich besonders durch seinen lebendigen Vortrag den Anwesenden klar machte, dass die Wahlbeteiligung auch ein wichtiger Beitrag für Natur und Ökologie sein kann.

Die sehenswerte Ausstellung kann noch bis zum 8. September 2024 besucht werden. Mehr Infos hier