Wanderausstellung „Kein Leben ohne Natur“. Gelungener Auftakt im Ottoneum

Die Premiere ist gelungen. Und wie! Der 24. April war der Tag, auf den weit über ein Jahr hingearbeitet worden war. Die AGA-Projektgruppe hat recherchiert, diskutiert, gegliedert und geschrieben. Doch Biodiversität ist ein Thema, das schnell ausufert.

Also hatte sich die Gruppe beschränkt auf wesentliche Punkte. Die Eingrenzung auf Boden, Wasser, Luft, Moore, Insekten und Pestizide bildeten das Gerüst. Dazu wurde Material gesichtet und möglichst prägnant zu gut lesbaren, kurzen Texten zusammengefasst. Denn es sollten keine wissenschaftlichen Arbeiten entstehen, aber wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse zum (beklagenswerten) Zustand unserer Natur – eigentlich unseres Planeten – verständlich erklärt werden.

Das Besondere aber ist, dass Schülerinnen und Schüler aus ganz unterschiedlichen Jahrgangsstufen aus Schulen in ganz Nordhessen gebeten wurden, ein Bild zu einzelnen Themen zu malen. Denn junge Menschen haben für vieles einen unverstellten Blick und letztlich werden sie die Leidtragenden der Versäumnisse sein, die jetzt begangen werden. Manchmal Eigenwilliges und Nachdenkliches, aber auch Künstlerisches oder auch Lustiges ist dabei herausgekommen.

Die Ausstellungswände haben jeweils eine kurze Kernaussage zum entsprechenden Thema und werden seitlich durch die gemalten Bilder farbig und abwechslungsreich umrahmt. Da beinahe 200 Arbeiten entstanden, kann nur ein Teil präsentiert werden. Alle Bilder sind hier zu sehen.

Zugleich wurde eine Begleitbroschüre gestaltet, die in gedruckter Form an die Besuchenden verteilt wird. Soweit das Konzept, und nach einem ersten Ausstellungswochenende lässt sich sagen, dass es aufgeht. Gleich ein erstes Highlight gab es zur Eröffnung am besagten 24.4. im Naturkundemuseum Kassel. Der Leiter des Hauses, Prof. Dr. Kai Füldner, erläuterte detailreich und doch verständlich und kurzweilig, was Biodiversität eigentlich bedeutet, nahm Bezug auf die Themen unserer Ausstellung und welche dramatischen Folgen die Veränderungen wie der Rückgang der Biomasse auch durch Erderwärmung mit sich bringt. Ganz konkret für Nordhessen und Kassel.

Denn unserer erdgeschichtlich bevorzugte Zone in Mitteleuropa drohen Veränderungen, die sich nicht mehr umkehren lassen. Da wurden auch sonst „langweilige“ oder schwer verständliche Tabellen wie Niederschlagsmengen oder Jahresdurchschnittstemperaturen gut und einfach erklärt und manchen Zuhörenden dürfte erst so richtig klar geworden sein, um was es aktuell geht. Auch Klimaanpassung sprach Füldner an und welche Maßnahmen zumindest einzelne schlimme Folgen lindern können.

Es war ziemlich passend, dass einige der Anwesenden zuvor an der Klima-Demo in Kassel teilgenommen hatten. Denn die planlose Subventionierung von fossiler Energie (Stichwort Tankrabatt) ist es nicht. Ein Bericht mit Bildern dazu steht hier.

Einen schöneren Ort als das Naturkundemuseum hätte es also für die Eröffnung der Wanderausstellung nicht geben können. Sie soll nun an verschiedenen Orten gezeigt werden. Fest steht bereits der 2. und 3. Juni 2026 im Bürgerhaus in Bad Arolsen.

Impressionen von der Eröffnung und dem Ausstellungswochenende

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