Neue Gentechnik (NGT) – EU Trilog entscheidet für Konzerne

Corteva und Bayer/Monsanto können jubeln. Der heutige Entscheid der EU für die „Marktöffnung“ für NGT Saatgut wird durch die neuen Regeln extrem begünstigt werden auf Kosten von kleinen Saatgutbetrieben, unabhängigen Züchtern und Bio-Produzenten.

Biobäuerinnen und Bauern stehen nun schwere Zeiten bevor. Es wird schwer und manchmal unmöglich sein, Verunreinigungen (Gentechnik-Einträge) in ihre Erzeugnisse zu vermeiden. Verbraucher*innen können nicht mehr sicher entscheiden, ob sie gentechnikfreie Lebensmittel kaufen. Drastisch formuliert: Ohne klare Kennzeichnung und Koexistenzregeln steigt die Gefahr von Gentechnik-Verunreinigungen, die Bio-Zertifizierungen und ganze Ernten gefährden.

Aber auch die Abhängigkeit von patentiertem Saatgut wird kleineren Züchterbetrieben und Saatgutanbietern zu schaffen machen. Was von Konzernen häufig als Innovationschance in der Zukunft verkauft wird, hat bisher vor allem zu konzernkonformer Züchtung geführt, also zum Beispiel zu Sorten, die gegen bestimmte Pestizide resistent sind. Dadurch werden die Biodiversität und ganze Ökosysteme bedroht.

Die Entscheidung betrifft damit nicht nur die wirtschaftliche Sicherheit einzelner Bio-Betriebe, sondern auch Transparenz, Vielfalt und Vertrauen in die ökologische Landwirtschaft insgesamt.

Rechtsextreme und rechtsradikale Parteien in der EU fordern meist grundsätzlich weniger Regulierung und mehr nationale Entscheidungsmacht. Außerdem wird immer gerne von „Bürokratieabbau“ schwadroniert. Schlimmer noch ist das generelle Feindbild, in dem Umweltpolitik und zukunftsorientierte Entscheidungen als „Ökodiktatur“ oder „linkes Lifestyle-Thema“ abgetan werden. Schlimm ist in diesem Zusammenhang auch, dass sich Konservative mit Rechtsaußen-Parteien gemein machen und offenbar in ihrer Abscheu vor grünen Zukunftsthemen sehr ähneln.

Ausführlich kann auf der Webseite von Martin Häusling (MdEP, GRÜNE) nachgelesen werden, was die Entscheidungen im Einzelnen bedeuten. Kaum ein Trost, doch wichtig ist diese abschließende Aussage des grünen Agrarexperten: „Nach der politischen Einigung wird in den kommenden Wochen der Text auf technischer Ebene fertiggestellt. Dann erfolgen eine Reihe von Abstimmungen: zunächst im Ausschuss der Ständigen Vertreter, dann im Umweltausschuss des EU-Parlaments (ENVI) – voraussichtlich im Januar – und dann im Rat und wieder im ENVI. Anschließend erfolgt die finale Plenarabstimmung.“

Was jetzt leider sehr konkret droht. Die aktuelle Lage zur Neuen Gentechnik. Briefing von Martin Häusling.