Für mehr Bodenschutz und faire Regeln im Bodenmarkt – Kundgebung in Wiesbaden

Landwirtschaftliche Böden werden knapper, teurer und stehen zunehmend unter Druck. Steigende Kauf- und Pachtpreise, außerlandwirtschaftliche Investoren und der fortschreitende Flächenverbrauch erschweren vielen Betrieben den Zugang zu Land. Auf einer Kundgebung in Wiesbaden haben deshalb Bäuerinnen und Bauern einen besseren Schutz landwirtschaftlicher Flächen sowie eine Reform der Bodenpolitik in Hessen gefordert.

Zu der Veranstaltung unter dem Motto „Bäuerliche Landwirtschaft in Hessen stärken“ hatte die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Hessen aufgerufen. Unterstützt wurde sie unter anderem vom Bündnis für die Ernährungs- und Agrarwende in Hessen (BEA Hessen). Die Teilnehmenden machten deutlich, dass Boden weit mehr ist als ein Wirtschaftsgut. Er ist Grundlage der Lebensmittelproduktion, wichtiger Wasserspeicher, Lebensraum für zahlreiche Organismen und ein entscheidender Faktor für Klima- und Naturschutz.

Im Mittelpunkt der Kritik stand die Entwicklung auf dem Bodenmarkt. Steigende Kauf- und Pachtpreise erschweren insbesondere kleinen und mittleren Betrieben sowie jungen Landwirtinnen und Landwirten den Zugang zu Flächen. Während die Preise vielerorts weiter steigen, geraten bäuerliche Betriebe zunehmend in Konkurrenz zu finanzstarken Investoren, die landwirtschaftliche Flächen als Kapitalanlage betrachten.

Die AbL fordert deshalb wirksamere Regeln für den Bodenmarkt. Landwirtschaftliche Nutzflächen sollten vorrangig den Betrieben zur Verfügung stehen, die sie tatsächlich bewirtschaften. Außerdem müsse verhindert werden, dass gesetzliche Lücken genutzt werden, um Agrarflächen indirekt als Spekulationsobjekte zu erwerben.

Ein weiteres Thema war der Verlust landwirtschaftlicher Flächen durch Versiegelung. Gerade fruchtbare Böden geraten vielerorts unter Druck, wenn neue Gewerbegebiete, Straßen oder Wohnsiedlungen entstehen. Die Redner der Kundgebung kritisierten, dass die Bedeutung dieser Flächen für die regionale Lebensmittelversorgung häufig unterschätzt werde. Ein einmal überbauter Boden gehe der Landwirtschaft dauerhaft verloren.

Dabei betrifft die Diskussion nicht nur die Landwirtschaft selbst. Auch zentrale Umweltziele hängen unmittelbar mit dem Schutz landwirtschaftlicher Flächen zusammen. Böden speichern Wasser, binden Kohlenstoff und tragen zur Artenvielfalt bei. Ihr Verlust erschwert daher zugleich den Klima-, Gewässer- und Naturschutz.

Im Rahmen der Kundgebung wurde ein Forderungskatalog an die hessische Landespolitik übergeben. Darin fünf konkrete Maßnahmen:

  • eine wirksame Regulierung des Bodenmarktes sowie Begrenzungen bei Kauf- und Pachtpreisen,
  • ein Vorrang ortsansässiger und bäuerlicher Betriebe beim Erwerb landwirtschaftlicher Flächen,
  • mehr Transparenz durch ein zentrales Flächenregister,
  • ein besserer Schutz von Acker- und Grünland vor Versiegelung und Flächenverbrauch,
  • sowie die Einrichtung eines hessischen Bodenfonds, der nachhaltige und familiengeführte Betriebe beim Zugang zu Land unterstützen soll.

Diese Forderungen betreffen das ganze Land. Überall in Deutschland stehen bäuerliche Betriebe vor ähnlichen Problemen: Ackerland wird teurer, Investoren drängen auf den Bodenmarkt und täglich gehen wertvolle Flächen verloren. Dies ist eine zentrale Zukunftsfrage für die bäuerliche Landwirtschaft, den Umwelt- und Klimaschutz sowie die regionale Lebensmittelversorgung

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