Europäische Bürgerinitiative fordert: Das Recht auf Nahrung in Europa durchsetzen!

Auch in Berlin präsent auf der Wir-haben-es-satt! Demo: Die Europäische Initiative für gerechte Ernährung 

Der Zugang zu ausreichender, gesunder und nachhaltig produzierter Nahrung ist ein grundlegendes Menschenrecht. Aber auch in der reichen EU hat mindestens ein Fünftel der Bevölkerung keinen Zugang zu ausreichender Nahrung. Die EU-Politik fördert auf viele Arten industrielle Ernährungssysteme. Dies verschärft Ernährungsunsicherheit, Klimawandel, Umweltverschmutzung, Verlust der Artenvielfalt, Ausbeutung von Arbeitskräften und Tierleid.

Kaum oder nicht genug gefördert – oder sogar durch Regelungen verhindert oder erschwert – werden dagegen ökologische Anbaumethoden, nachhaltige Beschaffung, gesunde Ernährungsumgebungen.

Dass sich das ändert, fordert die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Nahrung ist ein Menschenrecht für alle! Für gesunde, gerechte und nachhaltige Ernährungssysteme“. Sie wird von einer großen Bandbreite von Organisationen aus ganz Europa unterstützt: Von landwirtschaftlichen Organisationen wie dem Netzwerk solidarischer Landwirtschaft, über Umweltverbände wie Friends of the Earth Europe bis zu sozialen Verbänden wie Caritas.

Zentrales Ziel: Recht auf Nahrung in der EU verwirklichen
Ziel ist ein gerechtes, soziales und ökologisch nachhaltiges Ernährungssystem, das niemanden ausschließt und die Interessen von Menschen, Umwelt und kommenden Generationen schützt.
Alle Forderungen der Initiative hier: https://www.goodfoodforall.eu/eci/

Eine kleine Auswahl:

Gerechte Einkommen, Märkte & Handel
Landwirtschaftliche Produkte sind keine gewöhnlichen Waren und sollten nicht als solche behandelt werden. Daher fordert die Initiative ein gerechtes Einkommen für Produzent*innen, Zugang zu gesunden, nachhaltigen Lebensmitteln für alle, Begrenzung der Marktmacht großer Unternehmen, Stärkung lokaler Märkte und ein Verbot der Spekulation mit Agrarrohstoffen.

Agrarpolitik, Produktion & Ökologie
Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU fördert vorwiegend die Profitinteressen von Großbetrieben und Agrarkonzernen und muss dringend grundlegend reformiert werden, u.a. in Hinblick auf mehr Unterstützung für Kleinproduzent*innen und eine Reduktion von Pestiziden und Düngemitteln. Die EBI fordert eine Richtlinie gegen Landkonzentration und eine Rücknahme der Deregulierung neuer Gentechniken.

Tierwohl & nachhaltige Produktion
Die EBI fordert eine Verordnung zur Stärkung des Tierschutzes, die die Umsetzung von „End the Cage Age“ sicherstellt, konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von industriell hergestellten Tierprodukten einführt und den Landwirten beim Übergang eine angemessene Unterstützung gewährt.

Gesunde Ernährung & Verbraucherschutz
Die Initiative fordert eine Richtlinie zur Förderung gesunder & nachhaltiger Ernährung und zur Förderung des Konsums von mehr Obst & Gemüse.

Helfen Sie mit, das Ernährungssystem zu hacken!

Unterschreiben Sie hier: https://eci.ec.europa.eu/053/public?lg=de&form=de

Gerne den Aufruf teilen! Wir brauchen viele Stimmen!
Weitere Infos zur EBI und zur Kampagne: www.goodfoodforall.eu

Klingt viel, ist aber machbar!

Wenn eine Europäische Bürgerinititative die nötige Anzahl Unterschriften erreicht (1 Million, und ein Quorum in mindestens 7 Mitgliedsstaaten), ist die Europäische Kommission verpflichtet, zu antworten und die Ausarbeitung neuer Gesetzesvorschläge zu diesem Thema zu prüfen. Eine EBI ist eines der wenigen Instrumente, die den Bürger*innen eine direkte Mitsprache bei der Gestaltung der EU-Politik ermöglichen.

Anne und Arndt Jacobi (Ernährungsrat Kassel und Region)

 

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