Die Berichterstattung war leider kläglich: Die hessenschau sendete am Abend einen 35 Sekunden Beitrag aus Frankfurt und erwähnte dabei in einem einzigen Satz die größte hessische Demo des Tages – in Kassel. Ein Kamerateam war nicht vor Ort. Und in der HNA (Stand Montag) war keine einzige Zeile zu lesen.
So weit so schlecht. Dabei war richtig was los. Am Freitagnachmittag (24.4.) versammelten sich 2.000 Menschen am Kulturbahnhof. Einen „effektiven Frontalangriff auf die Energiewende!“ stellt Fridays for Future fest erklärte in dem Aufruf: „Aber nicht mit uns!“
Neben dem Ziel der globalen Klimagerechtigkeit wurde von der Bundesregierung die konsequente Einhaltung des Pariser Abkommens und des 1,5 °Cel Ziels gefordert sowie eine 100 % erneuerbare Energieversorgung bis 2035.
In fast 50 Städten in Hessen wurde demonstriert. Auffallend dabei: Es waren auch viele Menschen dabei, die sonst vielleicht nicht auf eine Demo gehen würden. Denn das Thema tangiert wirklich alle. Die junge Generation beruft sich dabei auch auf Artikel 20a des Grundgesetzes, in dem es u.a. heißt: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen …“
Doch hektisch und unüberlegt wird angesichts der Kriegsfolgen im Nahen Osten gehandelt. Kurzfristige Maßnahmen, um die „Benzinwut“ der Bürger:innen zu besänftigen und letztlich wieder den Konzernen zusätzliches Geld in die Taschen zu spülen anstatt z.B. die Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel auszusetzen. Denn davon würden alle profitieren. Aber die Verstrickungen von Wirtschaftsministerin Reiche wurden ja bereits eine Woche zuvor auf den Demos in den Großstädten deutlich gemacht.
Die Demo in Kassel war inhaltlich gewissermaßen ein passender Auftakt für die Ausstellungseröffnung zur Biodiversität im Naturkundemuseum am Abend sowie dem Tag der Erde am Sonntag, denn auch hier ging es um Klimakrise und deren Auswirkungen.
Bilder von der Demo am 24.4.2026 in Kassel (Fotos Jörg Warlich)











